Eisen und Stahl

Iron and Steel

Eisen und Stahl

Unsere Calcium- und Magnesium-basierten Produkte und Mineralien werden in der Eisen- und Stahlerzeugung als Bindemittel oder zur Bildung von Schlacke eingesetzt. Schlacke beseitigt unerwünschte Erzbestandteile wie Siliziumdioxid, Phosphor und Schwefel. Lhoists Produkte verbessern die Produktivität und unterstützen Sie bei der Einhaltung Ihrer Umweltgrenzwerte.

Stahl ist einer der größten Treiber der Weltwirtschaft, da er eine wichtige Rolle in der Bau- und Automobilbranche sowie im Maschinenbau spielt. 2012 entsprach die weltweite Produktion schätzungsweise 1,55 Milliarden Tonnen in einem Wert von rund 1.000 Milliarden US-Dollar. Zur Herstellung von einer Tonne Stahl werden 30 bis 70 kg Kalk und 100 bis 200 kg Kalkstein benötigt.

Lhoists weltweite Marken für unsere Eisen- und Stahllösungen und -produkte sind Calexor® und Flucal®.

Eisenerzabbau

Kalk wird im Erzbergbau in vielen mineralischen Aufbereitungsschritten verwendet. In der Eindickungsphase erleichtert er die Rückgewinnung von Feinerz. Er steuert auch den pH-Wert, um die Suspensionsviskosität anzupassen, wenn ein Transport in Rohren erforderlich ist. Die Zugabe von Kalkhydrat in diesem Stadium zur Erhöhung des pH-Wertes verbessert außerdem die Qualität der Wasserreinigung. Zusätzlich erhöht dies das Abscheiden und die Rückgewinnung von Eisenfeinerzen.

Eisenerz-Agglomeration

Unsere Experten stehen Ihnen zur Verfügung, die Leistung Ihrer Eisenerzagglomeration mit unseren Produkten zur Sinter- und Pelletherstellung zu maximieren.

Verbesserte Produktivität von Sinteranlagen

Fein gemahlener Kalkstein wird als Flussmittel beim Sintern von Eisenerz eingesetzt. Er passt die erforderliche Chemie der Eisenerzzusammensetzung an und spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Schlacke im Hochofen-Prozess. Kalkhaltige Bindemittel, die auch Tonkomponenten  enthalten können, verbessern die Produktivität von Sinteranlagen. Hohe Prozentanteile feinsten Erzes können auch mit kalkhaltigen Produkten kombiniert werden, ohne an Produktivität zu verlieren.

Pelletierung

Die Pelletierung umfasst die Agglomeration feinster Erze mit anderen Rohmaterialien, wie Steinkohle, Kalkhydrat und Kalkstein. Nach der Homogenisierung der Materialien in entsprechenden  Mengenanteilen (für eine ideale Massenbilanz) wird die Mischung auf einen Granulierteller oder eine Pelletierungstrommel geleitet. Man erhält ein Pellet mit einem Durchmesser von 8 bis 18 mm, das bei etwa 1 350° C gesintert wird, um die mechanische Festigkeit zu verbessern. Kalkhydrat ist im Vergleich zu Bentonit mit hohem SiO2 -Gehalt ein sehr wirksames alternatives Bindemittel.

Disco pelot

Korrekte Basizität für verbesserte Leistung

In Pellet-Anlagen ergeben feinstgemahlener Kalkstein und Dolomit-Produkte die erforderliche Basizität (Verhältnis CaO + MgO zu SiO2 ).

Hochwertige Hochofenschlacke

Über Dolomit wird dem Prozess das benötigte Magnesiumoxid zugeführt, um eine ausreichende Fluidität der Hochofenschlacke zu erhalten.

Roheisenentschwefelung

Flucal® ist ein hoch fließfähiger feiner Branntkalk. Er dient speziell zum Einsatz in der Roheisenentschwefelung (HMD) mittels Injektionverfahren und kann sowohl in Pfannen wie auch in Torpedowagen verwendet werden. Die Injektion einer Mischung von Flucal® und metallischem Magnesium in das flüssige Metall bietet eine kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zu Calciumcarbid-basierten HMD.

 

Flucal®

  • reduziert das Schlacke-Volumen,
  • halbiert Eisenverluste durch eine niedrigere Schlacke-Viskosität,
  • reduziert Kosten im Vergleich zu anderen Reagenzien,
  • ist, wie die sich ergebende Schlacke, sicher in der Handhabung und Lagerung.

Kalk-Schlacken können auch leichter wiederverwendet werden.

Flucal® kann

  • mit Magnesiumpulver parallel injiziert werden,
  • alleine als Kalk-Magnesium-Mischung injiziert werden (Flucal® M), nachdem sie in unseren Mischanlagen homogenisiert wurden.

 

Wir bieten technische Hilfe und Nachkontrollen während der Versuche und der Inbetriebnahme. Wir bieten außerdem Daten-Analysen und Unterstützung durch Forschung und Entwicklung.

Schlackenbeet

Rohstahlerzeugung

Hochwertige Schlacke = hochwertiger Stahl

Branntkalk ist ein wichtiger Wirkstoff für die Beseitigung von Siliciumdioxiden und Phosphor in Konvertern und Elektroöfen. Nachdem der Kalk die Verunreinigungen absorbiert hat, bildet er schneller die basische Schlacke. Hochwertiger Kalk produziert eine hochwertige und umweltverträgliche Schlacke, die einfacher zu handhaben und zu verarbeiten ist.

Höhere Lebensdauer von Feuerfest-Material

Man kann die Stahlherstellung verbessern, indem Weichbrannt- oder Hartbrannt-Dolomitkalk entweder in reiner Form oder als Kalk-Dolomitkalk-Mischung hinzugegeben werden. Dolomitkalk erhöht die Lebensdauer von Feuerfest-Material in Konvertern. Er schützt das Material auch gegen aggressive Einwirkungen bestimmter Verunreinigungen in den schmelzflüssigen Metallen. Durch die Zugabe von Dolomitkalk entsteht gelöstes MgO in der Schlacke und hierdurch eine ausgezeichnete Puffer-Kapazität. Ein großer MgO-Gehalt schützt Feuerfest-Materialien sowie Bohrlöcher und reduziert den Bedarf an Spritzmassen und Reparaturen.

Sekundärmetallurgie

Schnelle Schlackenbildung 

Passende Mischungen unserer Produkte für die Pfannenmetallurgie mit Kalk und Dolomitkalk wirken bei der Bildung von  synthetischen Schlacken. Branntkalk erleichtert die Bildung von Schlacke und reduziert Schwefel. Dolomitkalk garantiert eine schnelle Schlackenbildung und schützt das Feuerfest-Material.

Verbesserte Produktivität

Dolomitkalk erhöht die Prozessgeschwindigkeit für eine bessere Produktivität und Endstähle höherer Qualität. Er schützt auch das Feuerfest-Material. Die Reduzierung der Ausfallzeit, die üblicherweise für eine Reparatur und Wartung des Feuerfest-Materials benötigt wird, verbessert die Produktivität.

Umweltprozesse

Wirtschaftlichste Einhaltung gesetzlicher Emissionsanforderungen

Abgase, Wasser und Stahlnebenprodukte müssen behandelt werden, um strenge Emissionswerte einzuhalten. Unsere Stahl- und Umweltschutzspezialisten entwickeln mit Ihnen gemeinsam Verfahren und Produkte, mit denen Sie die gesetzlichen Vorschriften effektiv und wirtschaftlich einhalten. Wir können Ihnen helfen, bestimmte Stahlnebenprodukte zu beseitigen oder zu vermarkten. Zum Beispiel kann nicht wiederverwertbarer Staub aus der Ofengasabsaugung inertisiert und als Verfüllbaustoff in Bergwerken verwendet werden. Konverterschlacke kann ebenfalls für die Benutzung  in anderen Bereichen aufgearbeitet werden.

Entölen von Eisenschlamm

Die Branche sieht sich mit immer strengeren Bestimmungen zum Umweltschutz, knappen Rohmaterialien und hohen Metallpreisen konfrontiert. Diese Herausforderungen machen die Installation spezifischer Prozesse zur Behandlung metallurgischer Rückstände und zur Gewinnung ihrer wertvollen Bestandteile umso wichtiger. Ölhaltiger Walzzunder ist ein typisches Nebenprodukt in der Stahlherstellung. Heutzutage ist es möglich, seinen Eisengehalt auf effiziente Weise wieder zu nutzen, ohne dass die Hauptprozesse wesentlich zu verändern sind.

Paul Wurth, Engineering- und Technologie-Lieferant der Eisen- und Hüttenindustrie, hat mit Lhoist zusammen ein innovatives Entölungsverfahren entwickelt, das einen pyrometallurgischen Ansatz mit niedrigen Temperaturen verwendet.

Das Verfahren:

  • ist einfach in den üblichen Prozeßablauf zu integrieren,
  • erfordert keine besondere Vorbereitung der Rückstände, vor der Beschickung des Ofens,
  • ist hinsichtlich der Schlammzusammensetzung flexibel,
  • erzeugt Eisenoxid von hoher Qualität,
  • erzeugt ein entöltes Eisenoxid als Wertstoff, das einfach zu handhaben ist und über die Sinteranlage einfach eingeschleust wird,
  • wirkt sich nicht auf die anderen Stahlproduktionsverfahren der Anlage aus.

Abgasreinigung

Es gelten sehr niedrige Emissionswerte für Abgase, wie z. B. saure Gase, Dioxine, Furane und Schwermetalle. Um diese Vorgaben zu erfüllen, braucht man ein wirtschaftliches Reagens, das einfach in bestehende Installationen integriert werden kann. Durch Abgasreinigung mittels Trockensorption können SO2  und andere saure Gase durch Kalkhydrate entfernt werden. Sorbacal® SP ist ein hochoberflächiges Kalkhydrat mit großem, definiertem Porenvolumen. Es wurde speziell zur Leistungssteigerung trockener Abgasreinigungen und zur Reduzierung der Entsorgungskosten für Rückstände entwickelt.

Wir liefern auch maßgeschneiderte Mischprodukte mit Aktivkohle, Braunkohlenkoks oder speziellen Mineralen zum Abscheiden von Schadstoffen (z. B. Dioxine und Furane). Die neutralisierende Wirkung von Kalk kombiniert mit rein mineralischen Additiven, die kleinste Schadstoffmengen entfernen können, beseitigen die negativen Nebeneffekte (Brandgefahr etc.), die mit einer Injektion reiner Aktivkohle einhergehen.

Als alternative Verfahren zur trockenen  Rauchgasreinigung haben sich auch die Sprühsorption und Nasswäscher mit verschiedenen Sorbacal® Reagenzien bewährt.

Mehr erfahren:  www.sorbacal.com

TKN Sedibecken

Neutralisierung von sauren Abwässern

Neutralac® SLS45 von Lhoist neutralisiert saures Abwasser, das aufgrund von Beizen, Spülen oder aber auch in Naßwäschern von Rauchgasreinigungsanlagen entsteht. Es gewährleistet außerdem einen korrekten pH-Wert und fällt Schwermetalle aus. Nach der Sedimentation der Feststoffe kann das Wasser zurück in Ihren Prozess oder in das Abwassersystem geleitet werden.

Mehr erfahren:  www.neutralac.com

Stabilisierung von Schlamm

Die Abwasserbehandlung erzeugt - fast immer - eine gewisse Menge an Schlamm. Durch Zugabe von Kalkmilch vor der Entwässerung kann der Schlamm besser gefiltert werden. Die Nachbehandlung von Filterkuchen oder Zentrifugenschlamm mit Neutralac® Q erleichtert die Behandlung und Entsorgung.

Abgase mit Eisenfeinstäuben werden üblicherweise mit Naßwäschern von den Feststoffpartikel befreit. Durch eine anschließende Konditionierung des Schlammes mit Neutralac® Q kann der Wertstoff Eisenoxid zurück in den Prozess geleitet werden.

Wenn der Schlamm nicht wiederverwendet wird, kann er entwässert und durch Zugabe von weiterem Branntkalk bodenmechanisch verdichtet werden. Hierdurch wird seine Handhabung, der Transport und die Lagerung einfacher.