Renaturierung

Da es in unserem Geschäft um die Wertschätzung natürlicher, aus dem Boden entnommener Ressourcen geht, ist Lhoist davon überzeugt, dass wir dem Boden mehr zurückgeben müssen. Der Besitz der Lagerstätten während eines langen Zeitraums vor Beginn der Arbeiten bietet uns die Möglichkeit, den Ort zu untersuchen und sicherzustellen, dass wir das Naturgelände, wenn wir es einige Jahrzehnte später wieder verlassen, nicht nur wiederherstellen, sondern es sogar verbessern. Wir haben uns mit Experten auf diesem Gebiet beraten und Strategien zur Vorgehensweise in unseren Steinbrüchen entwickelt.

Entstehung eines Naturschutzgebietes

Die aktive Förderung von Kalkstein durch Lhoist fand nach über einem Jahrhundert nun ihr Ende. In Zusammenarbeit mit der Stadt Amay (Belgien), dem Ministerium für Umwelt und Forsten und der Region Wallonien starteten wir eine Initiative zur Schaffung eines offiziellen Naturschutzgebietes mit einer Größe von 28 Hektar. Der ehemalige Steinbruch fördert die Besiedelung geschützter Arten in einem natürlich offenen Lebensraum mit Gewässern und den früheren Felsklippen. Für Besucher wird nur der untere Teil zugänglich sein. Ein weiterer geschützter Bereich ist für das Publikum nur im Rahmen geführter Touren zu besichtigen. Alle Parteien haben einen Vertrag unterzeichnet, der ihre Zusammenarbeit für mindestens weitere 30 Jahre besiegelt.

 

Schutz der Geburtshelferkröte

Einige Abbaugruben – einschließlich des kleinen Steinbruchs Dachskuhle (Deutschland) – werden nicht durchgehend betrieben. Während der Zeit, in der sie nicht in Betrieb sind, findet die Geburtshelferkröte an der Oberfläche der Dachskuhle ausgezeichnete Lebensbedingungen. Bisherige Ergebnisse zeigen, dass sich die Spezies erfolgreich reproduziert hat und die Amphibien besonders resistent und gesund sind. Die Kalksteinblöcke und die großen permanenten Teiche bieten wichtige sekundäre Lebensräume für bedrohte und geschützte Arten in einer stark besiedelten Region.

 

Artenschutz: das Eulenprojekt

Aufgabe des Eulenprojektes ist die Überwachung der wachsenden Uhubestände, die in eine Region mit aktiven und stillgelegten Steinbrüchen zurückgekehrt sind. Die Minen sind für diese gefährdeten und unter Artenschutz stehenden Tiere ein wichtiger sekundärer Lebensraum in einer dicht besiedelten Region. Ein erfahrener Ornithologe untersucht den Lebensraum des Uhus in den Abbaugruben, die Entwicklung der Bestände und der Brut sowie neue Generationen und Jagdverhalten. Ziel des Projektes ist auch die Verbesserung der Habitatbedingungen für die Uhus. Alle Parteien dieses Gemeinschaftsprojektes zwischen der Kalkindustrie und den lokalen Behörden haben eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung unterzeichnet.

 

Orchideen im Steinbruch

Der Betrieb des seit dem 19. Jahrhundert aktiven Voska-Steinbruchs hat diverse Wandformationen hervorgebracht. Dank des dadurch entstandenen idealen Lebensraums gediehen und verbreiteten sich während einer Unterbrechung des Grubenbetriebs verschiedene Orchideenarten. Das Ergebnis war ein bedeutender Bestand dieser streng geschützten Spezies. Lhoist verhandelte eine Erweiterung der Grube und verzichtete auf den Abbau von Kalkstein, der das Orchideenwachstum beeinträchtigt hätte.