Sustainability

 

Glossar

BEGRIFF BESCHREIBUNG
AAC Porenbeton, verwendet als Wandbaustoff für Gebäude, oft auch Gasbeton oder im englischen „Areated Autoclaved Concrete“ genannt.
Abbinden/ Härten Das Abbinden von Stoffen ist ein Ergebnis, dass auf mehreren Arten Einfluss auf die Endstruktur nimmt, sei es durch Trocknung oder chemische Reaktionen.
Beispiele sind die Trocknung von Böden mit Kalk, das Abbinden von Luftkalk mit dem CO2 der Luft, die Reaktion von Siliziumdioxid und/oder Tonmineralien mit Calcium zu hydratisierten Calciumaluminaten und/oder -silikaten.
Absorbieren Bei Abgasreinigungsverfahren nimmt Kalkhydrat Schadstoffe aus den Abgasen – ohne chemische Reaktion – auf. 
Abwasser Der endgültige Austrag von kontaminierten Flüssigkeiten aus Prozessen.
Adsorbieren Bei Abgasreinigungsverfahren ist dieser Vorgang eine chemische Reaktion/Neutralisierung von Säuren und Basen, bei denen Salze wie CaCl2, CaSO4 oder CaF2 entstehen.
Anreichern Bei der Schlammbehandlung reichern Produkte von Lhoist Schlamm mit Calcium und Magnesium an, was für landwirtschaftliche Zwecke wünschenswert ist.
Ausfällen Bei der Wasserreinigung oder Abwasserbehandlung sind Schwermetalle bei spezifischen pH-Werten geringer löslich und fallen als Feststoffe aus. Andere Ionen, wie Sulfate, Phosphate und Fluoride, können auch aus dem Wasser durch eine Anpassung des pH-Werts ausgeschleust werden. Alle Ausfällungen können durch Absetzverfahren und/oder Entwässerungsstufen wie Zentrifugen oder Kammerfilterpressen abgetrennt werden.
Beschichtung/Coating In der Papierindustrie wird Kalk zuerst in Kalkmilch überführt und dann in PPC (gefälltes Calciumcarbonat – CaCO3) durch CO2-Zugabe verwandelt.
PCC wird als Streichpigment für die Beschichtung von Papieroberflächen verwendet.
Binden Bei Bauprozessen reagiert Kalk entweder mit CO2 oder mit Siliziumoxid aus dem Sand zu Calciumcarbonat oder Calciumhydrosilikaten und bildet eine starke sowie widerstandsfähige Verbindung. Kalk reagiert mit Puzzolanen zur Bindung in Mörtel und Putzen, diese bilden wiederum sehr feste Strukturen aus.
Blasstahlkonverter Blasstahlkonverter sind eine Technologie, die in der Stahlproduktion eingesetzt wird, um Stahl aus Roheisen durch Ausschleusen von Kohlenstoff und Verunreinigungen herzustellen.
Bleichen In der Papierindustrie wird Kalk zuerst in Kalkmilch und dann in PPC (gefälltes Calciumcarbonat – CaCO3) verwandelt.
PCC wird als Füllmittel zu Zellstofffasern hinzugegeben, um die Helligkeit, die Weiße, die Opazität und das Volumen von Papier zu verbessern.
Branntkalk CaO, Calciumoxid, das durch Kalzinierung von Kalkstein, als so genanntem Luftkalk, produziert wird.
Calcit Kristallines Mineral, bestehend aus Calciumcarbonat.
Calciumcarbonate  CaCO3 ist ein auf der Erde häufig vorkommendes Mineral. Lhoist wählt die reinsten Vorkommen aus, die für eine breite Palette von Anwendungen geeignet sind.
Calciummagnesiumdihydrat Ca(OH)2+ MgO, Calciummagnesium(di)hydroxidoxid, halbgelöschter Dolomitkalk, Dolomitkalkhydrat, gelöschter Dolomitkalk.
Deponie Eine Entsorgungseinrichtung, in bzw. auf der Reststoffe und By-Produkte deponiert werden.
Desinfizieren

In der Landwirtschaft und Tierhaltung wird Branntkalk, Kalkhydrat oder auch Kalkmilch von Lhoist verwendet, um aufgrund ihrer hohen Alkalität Pathogene, Bakterien oder Viren in Ställen oder auf Gehwegen auf natürlichem Weg zu eliminieren.

In der Schlammbehandlung verhindert Kalk die Fermentation, reduziert Gerüche und eliminiert Pathogene durch seinen pH-Wert von >12 und bei Einsatz von Branntkalk durch gleichzeitige Temperaturerhöhung (Stabilisierung und Entseuchung).

Dolomit CaCO3 * MgCO3, Calcium-Magnesiumcarbonat, dolomithaltiger Kalkstein, magnesiumhaltiger Kalkstein, Dolomitstein.
Dolomithaltiger Kalkstein Dolomit- oder Kalkmergel mit unterschiedlichen Anteilen an Magnesiumcarbonat.
Dolomitkalk CaO+MgO, Calciummagnesiumoxid, gebrannter Dolomit.
Dolomitkalkhydrat Ca(OH)2Mg(OH)2, Calcium- und Magnesiumtetrahydroxid erhält man, wenn Dolomitkalk mit Wasser unter Druck und bei Hitze abgelöscht werden. Das Corson-Verfahren erzeugt sogenanntes Dolomithydrat Type S.
Drehrohöfen Ein Drehrohrofen ist eine sehr gebräuchliche Technologie zur Herstellung von Kalk oder Dolomitkalk aus Steinen kleinerer Aufgabekörnung. Der Drehrohrofen ist ein langes, leicht geneigtes Rohr mit einer Länge von etwa 100 m, das mit Steingrößen von 50 mm bis manchmal weniger als 3 mm beschickt wird. Die Drehung und Neigung des Rohrs führt dazu, dass der Kalkstein sich langsam aber sicher in Richtung Ofenaustrag (tiefster Punkt) bewegt. Der Füllgrad beträgt lediglich 10 % des Raum-Querschnitts. Der verbleibende Raum wird von dem Abgasstrom eingenommen, der von einem Filter am Ofen angesogen wird. Brennstoffe werden über den zentralen Hauptbrenner zugegeben, der am Ende des Ofens vor dem Ofenaustrag positioniert ist. Diese Brenner können unterschiedlichste Brennstoffe verwenden – feste wie Braunkohlenstaub oder auch Holzschnitzel, gasförmige wie Erdgas oder auch flüssige, wie z. B. Lösungsmittel oder Öl. Das Flammenprofil kann gezielt eingestellt werden und wird zur Produktion von qualitativ hochwertigem Kalk mit geringem CO2-Gehalt oder geringer Reaktionsfähigkeit bei niedrigem Schwefel-Gehalt gemäß der Anforderungen variiert.
Düngen In landwirtschaftlichen Prozessen sind Calcium und Magnesium wichtige Pflanzennährstoffe.
Elektrolichtbogenofen Ein Ofen, der Eisen und Schrott in Stahl mittels Grafitelektroden erzeugt. Der Elektrolichtbogen verläuft zwischen den Elektroden und die metallische Ladung erzeugt eine sehr hohe Hitze, durch die das Aufgabematerial schmilzt. Während des Prozesses können Legierungselemente hinzugefügt werden.
Enthärten Bei der Wasserreinigung oder Abwasserbehandlung enthält hartes Wasser einen hohen Gehalt an löslichen Bicarbonaten -  HCO3-.
Eine Enthärtung durch Zusatz von Kalk führt zu Ausfällen in Form von schwer löslichen Carbonaten, CaCO3 oder MgCO3. Damit wird die Entstehung von Kesselstein verhindert.
Entschwefelung Entfernen von Schwefel bei der Stahlherstellung oder der Abgasreinigung.
Entwässerung Ein Prozess, bei dem Wasser entfernt wird (Drainage, Zentrifugen, Kammerfilterpressen…).
Exotherm Bezeichnung für eine chemische Reaktion, bei der Wärme frei wird.
Feiner Kalk Eine der drei Hauptkategorien für die Größe von Kalk, normalerweise deutlich unter 2 mm, ein Standard ist  < 90µm.
Flockungsmittel Ausflockung ist ein Prozess, bei dem eine gelöste Substanz in Form von Flocken aus einer Lösung ausfällt. Ausflockung und Sedimentation werden sehr häufig bei der Reinigung von Trinkwasser und in der Abwasserbehandlung eingesetzt.
Im Tiefbau verändert Kalk schnell die Struktur von tonigen Böden durch Ionenaustausch in Tonmineralien und reduziert ihre Plastizität.
Diese beiden Funktionen führen zu einer verbesserten Verdichtungswilligkeit und höheren Tragfähigkeit der Böden. 
Fluss-/Schmelzmittel

Bei der Glasherstellung reduzieren Kalk- und Dolomitprodukte den Schmelzpunkt von Quarzsand (zusammen mit anderen Schmelzmitteln, wie Na2O), wodurch Energie in industriellen Glasproduktionsprozessen gespart wird.

In der Stahlproduktion reduzieren Kalkstein und Kalk den Schmelzpunkt von Schlacke und erhöhen dessen Fluidität.

Ein Schmelzmittel ist üblicherweise ein auf Kalkbasis gemischtes Produkt, das auch weitere Flussmittel enthalten kann, die die Auflösung des Materials in der Schmelze beschleunigen, damit Verunreinigungen während der Stahlproduktion in der Pfanne oder im Konverter entfernt werden können. Es wird auch verwendet, um die Reduktion von aktivem Sauerstoff in der Schlacke und im Stahl zu beeinflussen.

Füllstoff Fein gemahlener Kalkstein, Dolomit oder Ton. Wird zum Beispiel als Füllmittel in Asphalt, Kunststoffen, Farbe und Papier verwendet. Ein zu einem System oder einem Produkt zugefügter Stoff zur Vergrößerung des Volumens, des Gewichts, der Viskosität, Opazität oder Festigkeit, oftmals verwendet, um Kosten zu reduzieren. Im Tiefbau wird Kalkstein als Füllmittel und Kalkhydrat als Zusatz für Asphalt verwendet, um den Gussasphalt zu versteifen und die Qualität von Asphaltmischungen für Straßenbeläge zu verbessern.
Füttern In der Tierhaltung sind Calcium und Magnesium wichtige Nährstoffe für die Tierernährung. 
GCC Gemahlenes Calciumcarbonat. GCC (Ground Calcium Carbonate) wird durch Grobzerkleinerung und Feinstmahlung eines Karbonatgesteins, üblicherweise Kalkstein, Dolomit, Kreide oder Marmor, hergestellt. 
Gelöschter Kalk Kalkhydrat, Calciumhydroxid, Ca(OH)2 oder Löschkalk genannt.
Gips Gebräuchlicher Name für ein Mineral, das hauptsächlich aus vollhydratisiertem Calciumsulfat, CaSO4 * 2H2O oder Calciumsulfat-Dihydrat, besteht. Es gibt viele Gebiete mit natürlichen Gipsvorkommen. Gips wird aber hauptsächlich über die Rauchgasentschwefelung von Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen erzeugt – REA-Gips.
Gleichstrom-Gegenstrom-Regenerativ-Ofen Der Gleichstrom-Gegenstrom-Regenerativ-Ofen ist einer der vielen Arten von Kalkofen-Technologien mit einem sehr hohen Energiewirkungsgrad. Diese Ofentechnologie besteht aus 2 oder 3 Schächten, die miteinander über einen Überstromkanal verbunden sind. Der Brennstoff wird in den Ofen über eine Reihe von Brennerlanzen in die Kalksteinschüttung injiziert. Dieser Ofen arbeitet in abwechselnden Betriebsarten: Wenn ein Schacht im Brennmodus läuft, erhält er Energie aus der direkten Feuerung über die Lanzen, während im anderen Schacht das überströmende Abgas seine Energie auf den Kalkstein überträgt, der so vorgewärmt wird. Nach etwa 12 Minuten wird der Zyklus umgekehrt.
Die Temperatur des Kalksteins steigt an, wenn sich die Kalksteinschüttung durch die Schwerkraft von oben nach unten durch den Ofen bewegt. Die Temperatur steigt nicht mehr an, wenn die Schüttung ungefähr die Höhe der Lanzen erreicht hat. Danach folgt eine Kalzinierungsphase bei mittlerer Temperatur (weniger als 1100° C). Dadurch wird die Produktion von sehr reaktionsfähigem Kalk sichergestellt.  
Glühverlust Gewichtsverlust bei Temperatureinwirkung, wird verwendet um die Gehalte an Wasser, Hydratwasser und dem Rest-CO2 in Kalken und/oder Kalkhydraten zu bestimmen.
Halbgebrannter Dolomit CaCO+ MgO, Calcium-Magnesiumcarbonatoxid, teil-kalzinierter Dolomit, halbkalzinierter Dolomit, Calcium-Magnesiumcarbonatoxid.
Hochofen Für die Stahlproduktion verwendete Technologie zur chemischen Reduktion des Eisenoxids zu metallischem Eisen (auch Roheisen genannt) und zum Ausschleusen von Verunreinigungen aus dem Eisenerz als Schlacke.
Hydratation Verfahren, bei dem ein Oxid (Kalk oder Dolomitkalk) in ein Hydroxid umgewandelt wird (Kalkhydrat oder Dolomitkalkhydrat).
Dieses Verfahren kann vollständig oder teilweise erfolgen.
Hydraulischer Kalk Eine chemisch unreine Form von Luftkalk mit variierenden hydraulischen Eigenschaften. Diese hydraulischen Eigenschaften werden durch die beachtlichen Mengen an Siliziumdioxid, Aluminiumoxid und Eisen im Kalkstein erzeugt, die chemisch mit einem Teil des Calciumoxids verbunden sind. Der Kalk zeigt bei einer Vermischung mit Wasser eine hydraulische Reaktion – ähnlich der puzzulanischen Reaktion von Klinkerphasen aus Zement. Normalerweise wird diese Kalksorte als Bindemittel für Putze und Mörtel verwendet.
Industriemineralien Industriemineralien sind „natürlich vorkommende chemische Verbindungen“.
Kalkhydrat Ca(OH)2, Calciumhydroxid. Man erhält es, wenn Calciumoxid mit Wasser vermischt oder „gelöscht“ wird. Auch gelöschter Kalk genannt.
Kalkmilch Eine Suspension von Calciumhydroxidpartikeln in Wasser. Diese Teilchen sind für den milchigen Charakter der Kalksuspension zuständig.
Kalksandstein Calciumsilikathydratsteine, hergestellt durch Autoklavieren einer Mischung von Sand und Kalk im Dampf.
Kalkstein Sedimentgestein bestehend aus Calcit (Calciumcarbonat oder CaCO3). Kann in Form von gebrochenem, granuliertem, gemahlenem oder zerkleinertem Kalkstein gefunden werden. 
Kalzinierung Starkes Erhitzen von Carbonaten wie Kalkstein oder Dolomit, um flüchtige Bestandteile freizusetzen oder die kristalline Struktur zu verändern. Kalzinierte Produkte – Oxide: Branntkalk, Dolomitkalk.
Kaolin Kaolin ist der Überbegriff für das Mineral Kaolinit, ein sechsseitiger plättchenartiger Kristall, der aus Silicium- und Aluminiumoxiden und -hydroxiden besteht. Nach dem Entfernen von kristallinem SiO2 (Sand) und organischen Stoffen kann Kaolin gut als Füllstoff, als Beschichtungmittel im Papier für mehr Glanz, als Rohstoff für Aluminium bei der Glas- und Keramikherstellung sowie als Zusatz in Klebstoffen, Farben und anderen Produkten verwendet werden.
Koagulieren, Ausflocken Für die Wasserreinigung oder Abwasserbehandlung können Schwebeteilchen im Wasser durch Koagulation und Ausflockung mit Substanzen wie Kalk, FeCl3 und Polymeren agglomeriert und ausgeschleust werden.
Konzentration Angabe der Menge eines aktiven Stoffs in einer Mischung.
Körniger Kalk Eine der drei Hauptkategorien für die Korngröße von Kalk, normalerweise von 2 bis 12 mm.
Löslichkeit Die Löslichkeit einer Verbindung ist die maximale Menge dieser Verbindung, die in einem Liter Wasser oder definiertem Lösungsmittel bei einer gegebenen Temperatur und manchmal auch einem pH-Wert gelöst werden kann.
Luftkalk Calzium- oder dolomithaltiger Kalk wird Luftkalk genannt, weil er mit dem in der Luft vorhandenen Kohlendioxid reagiert und erhärtet. Keine zementartigen, chemischen Reaktionen.
Magnesiumhaltiger Kalkstein Ein Kalkstein mit großen Gehalten an Magnesium, mindestens 90 % Calcit und nicht mehr als 10 % Dolomit.
Mixed-Feed-Schachtofen Ein Mixed-Feed-Schachtofen ist eine Art der vielen Kalkofen-Techniken. In diesem Ofen wird Kalkstein (oder Dolomitstein) mit einer definierten Menge festem Brennstoff vermischt, der von oben in den Ofen gefüllt wird. Kalk-Kühlluft vom Schachtofenfuß dient als Verbrennungsluft. Wenn die aufsteigende Kühlluft auf den (von oben mit der Beschickung) kommenden Brennstoff trifft, werden hohe Temperaturen erzeugt. Dadurch kann Branntkalk mit einer sehr niedrigen Reaktionsfähigkeit und sogar totgebrannter Dolomit produziert werden. In anderen vertikalen Öfen wird der Brennstoff über seitliche Strahlrohre/Brennerlanzen direkt in die Kalksteinschüttung in den Kalzinierungsbereich injiziert.
Mörtel Ein Gemisch aus einem oder mehreren anorganischen oder organischen Bindemitteln, Zuschlägen, Füllern, Zusatzstoffen und/oder Zusatzmitteln.
Neutralisieren

In landwirtschaftlichen Prozessen reduzieren kalk- und dolomitstämmige Produkte von Lhoist die Bodenversauerung, um so die Verfügbarkeit von Pflanzennährstoffen, die biologische Aktivität und die Bodenstruktur zu verbessern.

Bei Abgasreinigungsverfahren ist dieser Vorgang eine chemische Neutralisierung von Säuren, bei denen Salze wie CaCl2, CaSO4 oder CaF2 entstehen.

Bei der Wasserreinigung oder Abwasserbehandlung ändern Kalk und Dolomitprodukte den Säuregehalt von Wasser oder Abwasser durch Korrektur des betreffenden pH-Werts hin zur Neutralität (pH = 7) oder zum verfahrensspezifischen pH-Wert.
Natürliches Wasser mit einem zu hohen CO2-Gehalt (im Vergleich zum Gleichgewicht) ist aggressiv. Dieser zu hohe CO2-Gehalt wird durch die Zugabe von carbonathaltigen Produkten zur Wiederherstellung des Gleichgewichtes neutralisiert.

Öfen Industrielle Anlagentechnik, die in der Kalkindustrie zum Austreiben desCO2 aus Carbonaten verwendet werden. Mit ihnen kann auch Sinterdolomit hergestellt werden oder bei geringen Temperaturen dienen sie zur Trocknung von Industriemineralien. Es werden unterschiedliche Arten von Technologien eingesetzt.
PCC

Gefälltes Calciumcarbonat (Precipitated Calcium Carbonate) wird über eine Reihe von kontrollierten chemischen Reaktionen hergestellt. Branntkalk wird mit Wasserüberschuss zu einer Kalkmilch gelöscht, in die dann Kohlendioxidgas eingeleitet wird. Die daraus resultierende Reaktion erzeugt ein sehr fein gefälltes, synthetisches Calciumcarbonat (CaCO3).

Dieser maßgeschneiderte Füllstoff wird bei der Papierherstellung verwendet, um Helligkeit, Opazität und Textur des Papiers zu verbessern.

Putzmörtel Widerstandsfähige Oberflächen auf Innen- und Außenwänden von Bauwerken werden aus Kalk und Zuschlagstoffen hergestellt und bieten dauerhaften Schutz.
Puzzolan Sind natürlichen oder synthetischen Ursprungs und reagieren mit Calciumhydroxid zu Calciumhydroaluminaten und/oder –silikaten. Das Gemisch bindet ab und wird häufig als Baustoffkomponente verwendet.
PV Das Porenvolumen (cm³/g) ist eine direkte Messung der Zugänglichkeit der spezifischen Oberfläche (SSA).
Reaktionsfähigkeit Wird als Temperaturentwicklung bei einem festen Verhältnis von Wasser zu Kalk oder Dolomitkalk gemessen. „Hohe“, „mittlere“ und „niedrige“ Reaktionsfähigkeit werden als grobe Klassifizierung für Branntkalk verwendet.
Regenerieren In der Papierindustrie wird Kalk in der chemischen Zellstoffherstellung verwendet, um Natronlauge (NaOH) aus Natriumcarbonat zurückzugewinnen bzw. zu regenerieren. Natronlauge wird als Reagenz zur Extraktion von Zellstoff aus Holz eingesetzt. 
Reinigen In der Stahlproduktion schleusen Kalk und Dolomitkalk die wesentlichen Verunreinigungen von Eisenerz, d. h. hauptsächlich Siliziumdioxid und Aluminiumoxid, aus, indem sie mit diesen Verunreinigungen reagieren und schmelzflüssige Schlacke bilden. Sie schleusen auch geringfügigere Verunreinigungen, wie Schwefel (S) und Phosphor (P) aus.
Remineralisieren Bei der Meerwasserentsalzung werden dem Wasser fehlende Trinkwassermineralien (z. B. gelöstes Ca++ und HCO3-) durch Zugabe von Kalk wieder zugeführt. Je nach dem CO2-Gehalt im Wasser wird gleichzeitig CO2 zugegeben (Blasenbildung).
Durch die Remineralisierung werden gelöste Calciumbicarbonate, Ca(HCO3)2, gebildet, die das Wasser auf seinem pH-Gleichgewicht stabilisieren. 
Ringschachtöfen Ein Ringschachtofen ist eine Art von vielen Kalkofen-Technologien. Er hat einen vertikalen Schacht und externe Brennkammern auf zwei Ebenen. Auf jeder Ebene gibt es je nach Größe des Ofens entweder 4 oder 5 Kammern. Ein interner Zylinder formt einen Ring, den die Aufgabe passiert, daher auch der Name „Ringofen“. Der Innenzylinder steht unter Unterdruck. Hierdurch werden die Bedingungen für einen Rückführungskreislauf des Gasstroms im Ofen geschaffen. Der Wirkungsgrad der Kalzinierung im Vergleich zu vertikalen Öfen wird erhöht. Mit diesem Ofentyp können im Gegensatz zu klassischen Schachtöfen auch reaktionsfähige Kalke erzeugt werden.
Schlacke Ein Nebenprodukt in der Eisen- und Stahlindustrie: Schlacke besteht aus Oxiden von Flussmitteln, Verunreinigungen aus Rohmaterialien und nicht gewollten Elementen, die während der Herstellung oxidiert werden.
Schlamm Fester, halbfester oder flüssiger Reststoff/Abfall, der durch eine kommunale oder industrielle Abwasserbehandlungsanlage und/oder Kläranlage entsteht. Schlämme können aber auch in Anlagen zur Luftreinhaltung (Nasswäscher) anfallen.
Schmelzpunkt Die Temperatur, bei der ein Feststoff in den flüssigen Zustand übergeht.
Schützen

Als Komponente von Feuerfest-Material ist Dolomitkalk ein sehr stabiler, feuerfester Werkstoff dank seines hohen Schmelzpunktes (2400° C) und bietet daher eine gute Beständigkeit bei sehr hohen Temperaturen in der Metallurgie.
Zusätzlich bieten totgebrannte Produkte aufgrund ihrer sehr stark reduzierten Porosität eine bessere Beständigkeit gegen:
• Hydratation (vor Gebrauch)
• Infiltrierung flüssiger Phasen (beim Kundenverfahren)

In der Stahlproduktion verlängert Kalk und insbesondere Dolomitkalk die Lebensdauer feuerfester Auskleidungen.

Seekalkung Ausbringen von pulverförmigem Kalkstein oder aber auch Kalkhydrat zur Bekämpfung der Versauerung von Seen.
Sorptionsmittel

Der Begriff bezieht sich auf Additive in z. B. Rauchgasreinigungsanlagen bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen oder auch Hausmüll. Die entstehenden Schadgase reagieren zu chemisch stabilen Verbindungen, die anschließend über ggf. Gewebefilter aus dem Abgasstrom entfernt werden. Kalkstein wird zum Beispiel in Wirbelschicht-Reaktoren zur direkten Reduzierung von Schwefeldioxidemissionen eingesetzt.

Andererseits können auch unerwünschte Geschmacks- oder Geruchsstoffe mit Aktivkohle-Filtern (= Sorptionsmittel) aus Wasser vor der Trinkwasseraufbereitung entfernt werden.

Sorte N Kalkhydrat mit einem durchschnittlichen/normalen Verhalten beim Emley-Test, des Wasserrückhaltevermögens und Biegezugs.
Sorte S  Kalkhydrat mit einem garantierten Verhalten beim Emley-Test, des Wasserrückhaltevermögens und des Biegezugs. Spezialkalkhydrat ist eine Bezeichnung von ASTM, um Kalkhydrat besonderer Eigenschaften von normalem Kalkhydrat zu unterscheiden.
Spezifische Oberfläche (BET) Die spezifische Oberfläche nach BET ist die für Stickstoffmoleküle zugängliche Gesamtoberfläche (m²/g). Bei der Rauchgasbehandlung ist sie ein charakteristischer Parameter für die mögliche Kontaktfläche eines Kalkhydrats mit den Schadgasen. Daneben ist das spezifische Porenvolumen von entscheidender Bedeutung für den Wirkungsgrad und damit die Effizienz eines RGR-Additives.
Stabilisieren

Im Tiefbau wird Kalk für eine Reaktion mit Puzzolanmaterialien eingesetzt, um Bindemittel zu produzieren, die bei Kontakt mit Wasser hydraulisch abbinden und so zur Festigkeit beitragen. Die Eigenschaft wird eingesetzt, um bei Böschungen und im Planum verwendete tonige Materialien dauerhaft zu stabilisieren.

In der Glasindustrie stoppen CaO und MgO den Kristallisierungsprozess und stabilisieren dadurch amorphes und transparentes Glas.

Streichpigment Pigmente für beschichtetes Papier, üblicherweise in hochkonzentrierter Suspension geliefert. Mischung aus sehr weißen, reinen Feinstpartikeln, wie z. B. feinstvermahlener Kalkstein oder Kaolin.
Strukturieren In der Bauindustrie wird Kalkstein als Zuschlag verwendet, um das Gerüst zwischen den Zementsteinstrukturen zu bilden. Daneben sind Kalksteinkörnungen auch im dekorativen Bereich zur Herstellung von diversen Effekten von Putzoberflächen eine wichtige Komponente.
Im Tiefbau werden Kalksteinzuschläge in Auffüllungen und zur Bodenverbesserung verwendet, ebenso wie in Frostsschutz- und Drainageschichten. Hierdurch werden Beschädigungen der Straße aufgrund von Wittererungseinflüssen und starkem Verkehr reduziert. Diese strukturelle Eigenschaft kann auch in tieferen Schichten mit kalkbehandelten Böden erreicht werden.
In der Landwirtschaft verbessert eine Behandlung mit Kalk die physikalische Struktur des Bodens, wodurch die Eindringtiefe von Wasser und Luft verbessert wird.
Bei der Schlammbehandlung verbessert Kalk die Schlammstruktur und verbessert somit die Handhabung.
Stuck Eine Art von Putz für Wände hauptsächlich im Innenbereich, wird auch als Gipsputz bezeichnet.
Stückkalk Eine der drei Hauptkategorien für die Korngröße von Kalk, normalerweise über 12 mm.
Stückkalk (Pebble)  Siehe Stückkalk
Sumpfkalk Bezeichnet eine Kalkmischung (Calciumhydroxid) in Wasser, die für die Produktion von Kalkverputz, Kalkgips und Kalkmörtel u. a. in historischen Bauprodukten verwendet wird. Sumpfkalk wird durch Lagerung einem Alterungsprozess unterzogen und erhält so seine besonderen Eigenschaften.
Suspension Feststoffpartikel in einem z.B. wässrigen Medium.
Tadelakt Ein heller, nahezu wasserfester Kalkputz, der in traditioneller Weise hergestellt wird und für Innen- und Außenwände geeignet ist.
Ton – plastischer Ton Plastischer Ton ist ein nicht strukturierter kaolinähnlicher Ton und ein Wassersediment, das chemisch verändert und mit Sand, organischem Material und anderen Bestandteilen vermischt wurde. Die ideale Kaolinmineralstruktur wurde verändert, das Aluminium- und Siliciumatom in den Kaolinkristallen durch andere chemische Elemente ersetzt. Das durch den Austausch entstandene „Ungleichgewicht“ in der Kristallstruktur erzeugt die gewünschte „Plastizität“, wenn der plastische Ton zusammen mit Wasser für z. B. Keramikartikel verwendet wird.
Treiben Im Bauwesen wird hiermit die Volumenvergrößerung während der Wasserstoffentwicklung zur Herstellung von Porenbeton beschrieben. 
Trocknen

Bei der Schlammbehandlung wird Wasser von Kalk zur Bildung von Kalkhydrat absorbiert. Die Hydratation erzeugt Wärme und trägt auch zur Wasserreduzierung durch Verdunstung bei. Eine Kalkbehandlung vor der Abtrennung von Feststoffen und flüssigen Stoffen verbessert auch den Wirkungsgrad der Entwässerung und reduziert die Schlammmenge.

Im Tiefbau wird Kalk zum Trocknen feuchter Böden verwendet.

Verdichtung Nach ggf. Zugabe von Bindemitteln wird das Volumen des Bodens oder der Zuschlagstoffe durch den Eintrag von Energie, wie z. B. mit Walzen oder Stampfern, verringert. 
Veredelung Das Entfernen von Verunreinigungen im Allgemeinen bezeichnet diesen Prozessschritt. Bei Kalkherstellung wird der Begriff auch für die Mahlung, Hydratation oder Produktion von Kalkmilch verwendet.
Vermahlung Mahlprozess, Reduzierung üblicherweise unter 100 µm.
Versauerung Reduzierung des pH-Werts von Böden, Wasserwegen und Seen.
Weichgebrannter Kalk Kalk mit einer hohen Reaktionsfähigkeit.
Zerkleinerung Mahlprozess, Reduzierung der Korngröße auf  2- 3 mm.
Zuschlagstoffe Eine Körnung, die im Bauwesen verwendet wird. Die meisten Zuschlagstoffe mineralischer Herkunft sind Sand, Kies, Kalkstein (< 95 % CaCO3), Dolomit und andere grobzerkleinerte Gesteine.
   
  Quellen: Lhoist Konzern, EULA Glossar