Renaturierung

Da es in unserem Geschäft um die Wertschätzung natürlicher, aus dem Boden entnommener Ressourcen geht, pflegen und kultivieren wir diese durch zahlreiche Renaturierungsprojekte. Der Besitz der Lagerstätten während eines langen Zeitraums vor Beginn der Arbeiten bietet uns die Möglichkeit, den Ort zu untersuchen. Dabei können wir sicherstellen, dass wir das Naturgelände, wenn wir es einige Jahrzehnte später wieder verlassen, nicht nur wiederherstellen, sondern es sogar verbessern. Sehr früh haben wir deshalb ihre Abbaumaßnahmen an landschaftsgerechte Rekultivierung und planmäßige Renaturierungsprojekte geknüpft und erheblich in wichtige Folgenutzungen investiert. Steinbrüche sowie Halden und Sedimentationsbecken gewinnen dabei eine immer größere Bedeutung: Sie sind Rückzugsraum für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten - Es entstehen natürliche Biotope.

Schutz der Geburtshelferkröte

Einige Abbaugruben – einschließlich des kleinen Steinbruchs Dachskuhle – werden nicht durchgehend betrieben. Während der Zeit, in der sie nicht in Betrieb sind, findet die Geburtshelferkröte an der Oberfläche der Dachskuhle ausgezeichnete Lebensbedingungen. Solche Biotope und damit auch die auf sie angewiesenen Arten sind heute sehr selten geworden. Bisherige Ergebnisse zeigen, dass sich die Spezies erfolgreich reproduziert hat und die Amphibien besonders resistent und gesund sind. Die Kalksteinblöcke und die großen permanenten Teiche bieten wichtige sekundäre Lebensräume für bedrohte und geschützte Arten in einer stark besiedelten Region.

 

Eulenprojekt: Artenschutz

Uhus bauen keine eigenen Nester, sondern scharren Brutmulden an geeigneten Stellen wie z.B. an unzugänglichen Felsvorsprüngen, in Nischen, Höhlen und auf Gesteinspodesten. Steinbrüche sind daher für diese gefährdeten und unter Artenschutz stehenden Tiere ein wichtiger sekundärer Lebensraum in einer dicht besiedelten Region. Inzwischen findet man hier mehr als 65% der Brutplätze. Bereits während der Abbauphase kümmern wir uns um den Erhalt von Felsköpfen und Böschungsneigungen, um Besiedlungsmöglichkeiten zu schaffen und ein sicheres Jagdrevier zu begünstigen. Im Rahmen dieses Gemeinschaftsprojekts zwischen der Kalkindustrie und den regionalen Behörden untersucht ein erfahrener Ornithologe den Lebensraum des Uhus in den Abbaugruben mit dem Ziel, die Bestandsentwicklung zu fördern. Mittlerweile weisen die regionalen Steinbrüche eine der dichtesten Uhu-Populationen in Deutschland auf.

 

Abbauverzicht für Orchideenhabitat

Der Betrieb des seit dem 19. Jahrhundert aktiven Voska-Steinbruchs hat diverse Wandformationen hervorgebracht. Dank des dadurch entstandenen idealen Lebensraums gediehen und verbreiteten sich während einer Unterbrechung des Grubenbetriebs verschiedene Orchideenarten. Das Ergebnis war ein bedeutender Bestand dieser streng geschützten Spezies. Wir verhandelten eine Erweiterung der Grube und verzichtete auf den Abbau von Kalkstein, der das Orchideenwachstum beeinträchtigt hätte.

 

Auerochsen für die Biotop-Pflege

Die Renaturierung und Weiterentwicklung einer naturnahen Landschaft, in der Tiere und Pflanzen einen ungestörten Lebensraum finden, erfordern aufwendige Pflegemaßnahmen, die nun bereichsweise von Auerochsen übernommen werden. Der Kreis Mettmann als Betreiber des Wildgeheges Neandertal wie auch der Naturschutzverein Neandertal als Eigentümer der Auerochsen begrüßen den Einsatz der Rinder bei uns, die dort nun einen Teil der 126 Hektar großen Fläche besiedeln. Auerochsen sind wie ihre ausgestorbenen Vorfahren sehr robust, wetterfest und an das Leben in Wildnisgebieten bestens angepasst. Zurzeit fühlt sich eine Auerochsen-Herde bestehend aus 8 Kühen, einem Bullen und zwei Kälbern bei uns sehr wohl.

 

Rückzüchtung von Tarpanen

Seit 2012 wird die Herde der Auerochsen ergänzt durch zwei junge Tarpan–Hengste. Tarpane sind die ausgestorbene Form des eurasischen Wildpferdes, die ebenfalls im Wildgehege Neandertal nachgezüchtet wird. Zusammen mit den Auerochsen kümmern sie sich um eine natürliche Biotoppflege ganz ohne Gehölzschnitt- und Mäharbeiten. Die beweideten Renaturierungsflächen sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Beobachten kann man die Tiere aber von einem hierfür eigens von uns gestalteten Aussichtspunkt aus, der über den Eignerbach-Rundwanderweg erreichbar ist.