Rauchgasreinigung

Rauchgasreinigung

Müllverbrennung und andere thermische, industrielle Prozesse lassen Abgase entstehen. Diese enthalten oftmals Schadstoffe wie Schwefeloxide (SO2 + SO3), Salzsäure (HCl), Flusssäure (HF) sowie Schwermetalle, Dioxine und Furane. Kalk, Kalkhydrat und kalksteinbasierte Produkte sind hochwirksame Reagenzien zur Abscheidung von Schadstoffen. In Verbindung mit anderen Komponenten entfernen sie sogar sogenannte Mikroschadstoffe.

Ihre Aktivitäten haben ihre eigenen Anforderungen in Bezug auf Schadstoffe, Emissionsgrenzwerte oder auch Anlagentechnik. Wir bieten individuelle Lösungen mit verschiedenen Produkten:

  • Sorbacal® ist ein Produktportfolio zur Eliminierung saurer Schadstoffe (SOx, HCl und HF),
  • Minsorb® -Produkte werden zur Entfernung von Mikroschadstoffen (PCCD/DF, PAH, PCB und Hg) eingesetzt.

Unsere Lösungen zur Rauchgasreinigung (RGR) eignen sich ideal für Prozesse mit verschiedenen Brennstoffarten: von Braun- und Steinkohle über Biomasse bis hin zu Brennstoff aus Müll (BRAM).

Mithilfe eines weltweiten Kompetenznetzwerks mit starken F&E-Ressourcen, umfangreicher Erfahrung und spezieller, mobiler Anlagentechnik für Vor-Ort-Versuche bieten wir:

  • hochwertige Produkte (Kalk, Kalkstein, Dolomit, Minerale usw.),
  • zuverlässige und kosteneffiziente Lösungen,
  • umfangreiche Unterstützung und technischen Support für Endbenutzer sowie Betreiber und Hersteller von RGR-Systemen.

Wo werden Kalkprodukte in der Rauchgasreinigung verwendet?

Wir beliefern eine Vielzahl von Branchen mit Produkten wie:

  • Steine- und Erden-Industrie (Zement, Glas, Keramik, Ziegel und andere Baustoffe)
  • Nichteisenmetalle (Kupfer, Aluminium, Blei, …)
  • Eisen- und Stahl (Sinter, Elektrolichtbogenöfen, Koksöfen, Hochöfen …)

Lhoist Lösungen bieten besondere Vorteile für:

Kraftwerke

  • Kompatibilität mit verschiedensten Brennstoffen
  • absolute Versorgungssicherheit
  • große Vielfalt an Produkten, die an Ihre Bedürfnisse angepasst werden können
  • Kombination bewährter Technologien

Abfallverwertungsindustrie

  • reduzierte RGR-Kosten (geringerer stöchiometrischer Verbrauch, weniger Rückstände zur Entsorgung/Deponierung)
  • verbesserte Effizienz dank hohem Porenvolumen und spez. Oberflächen
  • höhere Flexibilität/Variation der Abfallqualität möglich – dank der Leistungsfähigkeit von Sorbacal®
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Industrien

  • erhöhte Brennstoffflexibilität (niedrige und hohe Schadstoffeinträge)
  • Richtlinienkonformität durch die Nutzung von Lhoists kreativen, kombinierten RGR-Lösungen
  • reduzierte RGR-Kosten dank höherer Effizienz

Wenn Sie erfahren möchten, wie Sie Kalk oder Kalkstein für Ihre spezifische(n) Anwendung(en) am besten einsetzen, klicken Sie auf den entsprechenden Prozess.

Trockenverfahren

Die Trockenverfahren für gasförmige Emissionen erfordern die Injektion von Kalkhydrat in Form eines trockenen Pulvers. Die Flugasche und Salze, die bei dieser Reaktion entstehen, werden von einem Elektrofilter oder durch Gewebefilter abgeschieden.

Dieser Prozess gilt als ideal für Verbrennungsanlagen mit niedriger Kapazität. Er kann leicht in bestehende Anlagen integriert werden und bietet die folgenden Vorteile:

  • niedrige Investitionskosten
  • einfaches Design und unkomplizierter Betrieb
  • extrem platzsparend
  • einfach zu automatisieren
  • niedriger Verbrauch von Druckluft, Strom und Wasser
  • flexibler Betrieb hinsichtlich Temperatur und Volumenstrom

Darüber hinaus entsteht beim Reinigungsprozess ein trockenes Pulver als Nebenprodukt, das einfach zu handhaben ist. Um die Menge der erzeugten Sekundärprodukte zu minimieren, hat Lhoist hochreaktive Kalkhydrate (Sorbacal® SP, Sorbacal® SPS, Sorbacal® H etc.) entwickelt, die aus der Trockenaufbereitung eine sehr wettbewerbsfähige Lösung für eine wachsende Zahl von Anwendungen macht.

Halbnassverfahren

In der Abgasreinigung durch Sprühsorption wird Kalk in Form von Kalkmilch hinzugefügt, die in einem speziellen Reaktor versprüht oder zerstäubt wird. Die Kalkmilch hat eine Doppelfunktion: die Konditionierung des Abgases durch Erhöhung des Feuchtigkeitsanteils und die Reduzierung der Temperatur. Sie garantiert auch die Dispersion von Calciumhydroxid in feine Partikel, sobald die Tröpfchen getrocknet sind. Die Hitze des Abgases lässt das Wasser der Kalkmilch verdampfen und erzeugt eine Flüssigkeit-Gas-Reaktion, durch die ein trockenes Pulver entsteht.

Nassverfahren

Wesentliches Merkmal des Nassverfahrens ist die Abkühlung der Abgastemperatur unter den Taupunkt. Kondensierte Säuregase werden mithilfe einer Flüssigkeit ausgewaschen, entweder mit Kalkmilch oder einer Suspension aus feinst vermahlenem Calciumcarbonaten. Dieses Verfahren wird wegen der höheren Investitionskosten und der Notwendigkeit, das Abwasser zu behandeln, in der Regel in größeren Anlagen angewendet.

Trockener Recyclingprozess

Dieser Prozess basiert auf einer intensiven, sehr hohen Recyclingrate und wird manchmal mit einem Aktivierungsschritt zur Neutralisierungserhöhung kombiniert.

Ultrahohe Temperaturen (trocken)

Direkt in die Brennkammer (850 °C bis 1 050 °C) injiziert zeigen spezielle Calciumcarbonate oder Calciumhydroxide eine verbesserte Reaktivität mit SOx-Emissionen.

Zirkulierende Wirbelschicht

Das Prinzip beruht auf der Mischung des festen Brennstoffes mit der Verbrennungsluft in einer Wirbelschicht. In diese zirkulierende Wirbelschicht wird Kalkstein einer spezifischen Körnung bzw. Porosität zugegeben, um direkt bei der Entstehung das SO2 zu binden und anschließend mit der Verbrennungsasche auszuschleusen.

Schüttschichtfilter

Im Schüttschichtfilter wird das Abgas durch körnige Reagenzien geleitet. Ihre Aufgabe ist es, Flußsäure (HF) und Schwefeloxide (und etwas HCl) bei einem definierten, festen Abgasvolumen zu erfassen.

Speziell fraktionierte Kalksteinkörner (Sorbacal® C) mit engem Kornband und synthetische Granulate (Sorbacal® G) mit einer hohen Porosität, die sich aus Calciumcarbonat und Kalkhydrat zusammensetzen, bieten eine hohe Effizienz und fordern weniger Hilfsmittel, wie z. B. Schältrommeln.