Rauchgase bestehen aus den Gasen und der Flugasche, die bei Verbrennungsprozessen in Industrieanlagen wie Kraftwerken, Zementwerken, Müllverbrennungsanlagen und Metallschmelzanlagen entstehen. Sie enthalten typischerweise ein Gemisch aus Gasen und Partikeln, darunter:
Diese Emissionen müssen vor der Freisetzung behandelt werden, um Umweltauflagen zu erfüllen und die öffentliche Gesundheit zu schützen.

Die Rauchgasbehandlung oder Rauchgasreinigung (Flue gas Treatment, FGT) umfasst Technologien zur Entfernung schädlicher Substanzen aus industriellen Abgasen. Diese Schadstoffe können sowohl die Gesundheit als auch die Umwelt beeinträchtigen. Daher ist eine effektive Behandlung unerlässlich, um zum einen Rechtsvorschriften einzuhalten und andererseits einen nachhaltigen Betrieb zu gewährleisten. Rauchgasbehandlung trägt dazu bei:
Rauchgas wird mithilfe von Systemen behandelt, die reaktive Sorptionsmittel wie Kalk oder Calciumcarbonat in den Abgasstrom einleiten. Diese Sorptionsmittel neutralisieren saure Gase und binden Schadstoffe. Die Reaktionsnebenprodukte werden anschließend über Filter oder Wäscher entfernt. Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:
Rauchgasreinigungssysteme variieren je nach Branche und Schadstoffart. Gängige Systeme sind:
Trockenverfahren wie die Trockensorptionsinjektion (DSI), der zirkulierende Trockenwäscher (CDS) und die Sorptionsinjektion im Ofen (FSI) beinhalten die direkte Einspritzung eines trockenen, kalk- oder mineralbasierten Sorptionsmittels in den Rauchgasstrom, um saure Schadstoffe oder Mikroschadstoffe zu neutralisieren. Die Rückstände werden anschließend in Filtern aufgefangen. Es können auch spezielle Mineralmischungen eingesetzt werden, um Ablagerungen und Verschlackungen im Kessel zu reduzieren.
Halbnassverfahren nutzen eine Kalksuspension (Kalkmilch), die in heißes Rauchgas eingesprüht wird. Das Wasser verdunstet und hinterlässt reaktive, trockene Partikel, die sich mit sauren Gasen verbinden, bevor sie als Trockenrückstände aufgefangen werden.
Nassverfahren kühlen das Rauchgas ab und leiten es durch eine Waschflüssigkeit. Dort lösen sich saure Gase und reagieren mit einem basischen Sorptionsmittel. So wird eine hohe Abscheideleistung bei minimalem Sorptionsmittelverbrauch erzielt.
Kombinierte Verfahren integrieren verschiedene Rauchgasbehandlungstechnologien, wie z. B. Trockeninjektion und Nasswäsche, um die Gesamtabscheideleistung zu steigern und sich an komplexe Emissionsprofile anzupassen. Diese Hybridsysteme bieten Flexibilität und optimierte Leistung für Anlagen mit unterschiedlichen Schadstoffbelastungen.
Die Rauchgasbehandlungslösungen von Lhoist basieren auf effizienten Kalkprodukten wie Branntkalk, Kalkhydrat und Kalkstein zur Neutralisierung saurer Schadstoffe. Jedes System ist darauf ausgelegt, die Reaktionsleistung und Schadstoffabscheidung zu optimieren und so eine konsistente Emissionskontrolle in verschiedenen industriellen Prozessen zu gewährleisten.
Kalkhydrat (Ca(OH)₂) spielt eine zentrale Rolle in der Rauchgasbehandlung, ergänzt durch Branntkalk (CaO) und Calciumcarbonat (CaCO₃) dank der:
Bei der Einspritzung in Rauchgasströme reagiert das kalkbasierte Sorptionsmittel mit sauren Verbindungen und bildet stabile Salze. Dieser Neutralisationsprozess ist effizient und an verschiedene Betriebsbedingungen anpassbar.

Um den sich wandelnden Anforderungen der Rauchgasbehandlung in trockenen, halbnassen, nassen und kombinierten Systemen gerecht zu werden, hat Lhoist spezielle kalkbasierte Lösungen für vielfältige industrielle Anwendungen entwickelt. Diese Lösungen sind Teil unserer Sorbacal®-Produktreihe.
Die Sorbacal®-Produkte wie Sorbacal® SP und Sorbacal® SPS wurden für hohe Reaktivität und optimierte Partikeleigenschaften entwickelt und bieten eine herausragende Leistung bei der Abscheidung saurer Schadstoffe wie SO₂, HCl und HF. Ihre vergrößerte Oberfläche und Porosität erhöhen die Kontakteffizienz deutlich, was zu einem geringeren Sorptionsmittelverbrauch und reduzierten Betriebskosten führt.
Die Rauchgasbehandlung spielt eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung industrieller Emissionen und dem Schutz von Umwelt und Gesundheit. Durch die Nutzung der nachgewiesenen Reaktivität von Produkten auf Kalkbasis, insbesondere durch ausgeklügelte Lösungen wie Sorbacal®, können Unternehmen strengste Luftqualitätsvorschriften einhalten und gleichzeitig die Betriebseffizienz optimieren.
Was ist ein Rauchgasbehandlungssystem?
Ein Rauchgasbehandlungssystem umfasst die Anlagen und Prozesse zur Behandlung und Reinigung von Abgasen aus industriellen Verbrennungsprozessen. In der Regel umfasst es Injektionsanlagen, Wäscher, Filter und Überwachungssysteme, die auf die Bedürfnisse der Anlage zugeschnitten sind.
Warum wird Kalkhydrat (Ca(OH)2) in der Rauchgasbehandlung eingesetzt?
Kalkhydrat neutralisiert saure Gase aufgrund seiner chemischen Reaktivität äußerst effektiv. Es ist kostengünstig und bildet unschädliche Nebenprodukte. Daher ist es eine bevorzugte Wahl für eine nachhaltige Emissionsminderung.
Worum handelt es sich bei der Rauchgasbehandlung?
Die Rauchgasbehandlung ist der Prozess der Entfernung von Schadstoffen aus industriellen Abgasen. Dabei finden chemische Reaktionen zwischen Schadstoffen und Sorptionsmitteln, häufig auf Kalkbasis, statt, die schädliche Verbindungen in stabile Rückstände umwandeln.